Mittwoch, 23. März 2016
Pilgerreise; auf dem Jacobsweg
Pilgerrreise; auf dem Jacobsweg

Nach Stunden bin ich endlich angekommen, fertig und ziemlich kaputt in einem mittelgroßen Ort, irgendwo in Südportugal. Dann suchte ich noch mindestens eine halbe Stunde die Unterkunft, mal eine Straße, dann eine andere; dann endlich fand ich die bomberos voluntarios; die freiwillige Feuerwehr. Nachdem man mich eingelassen hatte, konnte ich endlich das tun; was jeder Pilger und jede Pilgerin; am Ende eines langen Weges liebt, duschen.

Der Tag fing an, ich packte meine paar Sachen zusammen, die ich am Tag zuvor mit der Hand gewaschen hatte und befestigte sie an meinem Rucksack, befestigte die Wasserflasche wie üblich außen am Rucksack und verstaute die Sachen, die ich rausgenommen hatte im Rucksack.
Dann ging ich los, um erst mal einen Kaffee zu trinken und kleines Frühstück zu mir zu nehmen, das bisschen Spanisch, welches ich spreche reicht gerade zum bestellen und wird von den Portugiesen zumeist verstanden.

Nach dem Frühstück laufe ich los, es vergeht etwa eine Stunde und sehe Rudolf ( Name verändert, wg. Persönlichkeitsschutz) wieder und wir gehen gemeinsam weiter; wir treffen uns jeden Tag irgendwo auf der Strecke, da wir dasselbe Tempo haben und irgendeiner von uns Rast macht und der andere vorbeikommt. Wir reden wieder viel über Philosophie, den Tod, das Leben und alles mögliche.
Er ist ein sehr guter Gesprächspartner.

Es vergeht der Tag, wieder ein wunderschöner, sonniger Tag, in einem zwar armen, doch wunderschönen Land, in Portugal.
Am Abend trennen sich unsere Wege, wie jeden Abend, weil ich mich wieder zur einer Feuerwehrunterkunft bewege, die kostenfrei sind ( es können Spenden dort gegeben werden, zumeist; oder einer kleiner Beitrag ist gewünscht) und Rudolf übernachtet in einer anderen Unterkunft.
Jeder ist unterschiedlich.

Am Abend treffe ich zwei Niederländerinnen wieder, die ich schon kannte und sehr schätzte, die eine von beiden, sagt mir, dass sie sich als Gruppe zum Abendessen treffen und ich sage ihnen, wir sehen uns dort.
Dann laufe ich noch ein bisschen durch den Ort; an einer kleinen Kirche setzte ich mich kurz hin und sehe ein kleines Insekt, welches seinen Weg geht.
Ich bleibe einen Moment in mir sitzen, nehme meinen Körper wahr, ganz genau und bleibe einen Moment in der Ruhe sitzen.

Beim Abendessen sagt mir ein Norweger, du musst alleine laufen, immer; ich gehe ausschließlich alleine. Ich erwidere ich niemals, da ist immer ein Weg unter meinen Füssen, ständig sind Tiere unterwegs und Pflanzen und Bäume begleiten mich auch; es kann sogar sein, dass ein Reisender meinen Weg kreuzt und wir eine Zeitlang nebeneinander oder hintereinander laufen. Er setzt wieder an, ich höre im zu, dann verabschiede ich mich von der Gruppe und gehe zurück zur Feuerwehrwache. Es ist eine schöne klare Nacht.

Auf der Wache begegnet mir eine Feuerwehrfrau in zivil, sie hat wunderschöne Augen und ein Lächeln veredelt ihr Gesicht. Sie geht heute Abend aus, so viel verstehe ich von ihr, da sie ein paar Brocken Spanisch spricht, die ich verstehe. Ich setzte mich mit meinem Block nach draußen zu ihren Kollegen, die alle nur portugiesisch sprechen und beobachte die Sterne am Himmel. Die hübsche Feuerwehrfrau fährt davon und ich sitze noch einen Moment oder vielleicht ein bisschen länger draußen zwischen ihren Kollegen, die ich nicht verstehe; aber auch nicht muss.

Feuerwehrleute sind unglaublich wichtig, überall auf der Welt.