Freitag, 19. Juli 2019
Busfahrt; Essay ( endgültiger Titel; noch offen )
Die letzten Worte eines Gesprächs im Ohr habend, in dem mein Gegenüber gesagt hatte "am liebsten hätte ich dir damals in den Arsch getreten, denn so behandelt man(n) keine Frau," .

Doch ich hatte jemanden verlassen, die ich geliebt hatte und der Schmerz hatte mich gefunden.
Die Trennung lag über 10 Jahre zurück und doch hatte ich nie wirklich loslassen können. So stand ich am Busbahnhof Düsseldorf und wartete nun schon über eine halbe Stunde auf den Bus, der irgendwie nicht kommen wollte. Ein paar wenige Reisende, die denselben Bus nahm wie ich waren darunter. Bei einem Gespräch viel mir auf das mein Spanisch als Jugendlicher erworben anfangen hatte nicht das Maß eines Anfängers überschritt. Zugleich viel mir der Mangel an aktiven Wortschatz auf; bei der er Unterhaltung mit zwei spanischsprachigen Menschen.

Es sollte noch ein paar Minuten dauern bis der Bus endlich kam, mit dem Geld, welches mir zugesteckt worden war, hatte ich ca 85 Euro Bargeld bei mir und die erste Unterkunft in Lissabon am Abend des nächsten Tages war bereits gebucht; ich glaube die Unterkunft hieß Nirvana oder so ähnlich.
Mehr Geld besaß ich zur Zeit nicht, der Maurer für den ich gearbeitet hatte, hatte mir versichert das Geld sei auf dem Weg; Der Bus kam und ich stieg ein; alles zurück lassend, was mich an mein altes Leben erinnerte.

Nicht unweit der Mitte des Busses war mein Platz, ich schaute nochmals auf den Tickets nach viele Stunden fuhr der Bus bis Nordspanien und dort hieß es dann irgendwie umsteigen in den nächsten Bus mit Fahrrichtung Lissabon. Soweit der Plan, an eine Rückfahrt dachte ich nicht.

Der Bus fuhr nicht etwa durch, nein er machte bereits in Deutschland viele Stationen, wo Leute zustiegen, andere später in Frankreich zum Beispiel ausstiegen und andere wiederum zustiegen.

Irgendwo zwischen dem Übergang von Westdeutschland zu Süddeutschland kam ein Reisender hinzu, der den Platz neben mir einnahm.

Der Bus war fast lehr und mein Mitreisender packte seine Sachen in die vorgesehen Stellen und schlief kurze Zeit danach eim; ich blieb wach und schaute nach draußen, weniger um was zu sehen, mein Geist entspannte.

Einige Stunden später wachte mein Reisegefährte auf und wir unterhielten uns; er war jemand der eine Lese / Rechtschreibschwäche gehabt hatte und dennoch ein Medizinstudium beendet hatte. Ich hörte interessiert zu, er erzählte von seinem Leben als Landarzt, davon das er sich selbst seine Patienten aussuchen konnte und manchmal auch an andere Ärzte weitervermittelte, sofern keine gute oder für ihn akzeptable Zusammenarbeit möglich wurde, kam selten vor; aber es kam gelegentlich, selten vor
Er bildete sich laufend fort und alle zwei Jahre fuhr er nach Spanien um Javobswege zu gehen.
Für ihn war es, wie sich selbst wieder auf null stellen.

Sieben Jacobswege war er bereits gelaufen in den letzten 14 Jahren und einen davon auf Einladung eines Japaners in Japan; in Japan hieß der Weg nicht Javobsweg und führte allerdings ähnlich wie in Europa von Kloster zu Kloster.
Mein Begleiter war bei seinem ersten Weg mit blutenden Füßen in einer Unterkunft angekommen und hatte dennoch durchgehalten bis Santiago.
Er war Familienvater, hatte eine Tochter und war geschieden;

Es war ein Zufall, der ihn den Bus nehmen ließ, normalerweise flog er; doch diesmal hatte er sich kurzfristig entschieden mit dem Bus zu fahren.
Wir redeten eine Weile miteinander und dann überließen wir uns wieder der Fahrt.

In Nordspanien beim umsteigen, verabschiedeten wir uns; er wollte einen einsamen Winterweg gehen; während ich in einem Bus weiter Richtung Süden fuhr, dieser Bus war ein wenig voller, ein dunkelhäutiger Bewohner des vereinigten Königreichs England war mit an Bord.

Zwei jüngere Portogiesen, eine beleibtere Inderin, die sehr großes Interesse an soaps und vor allem bullywood hatte war ebenfalls Gast des Busses.

Nach ca 30 Stunden des sitzens mit einigen wenigen Essenspausen tat mein Hintern weh; ich wusste nicht mehr wie ich sitzen konnte und die Fahrt sollte noch fünf Stunden dauern.
Vielleicht war ich auch zu schlank; es war unschön; versuchte mich neu zu positionieren und entspannte; das half ein wenig.

Die letzten 2 Stunden waren dennoch hart; aber ich redete mit einigen der Fahrgäste, mit dem Menschen, der in England wohnte, wg dem starken Pfund, wie er sagte; er hatte auch mal in Deutschland gewohnt; stammte aus Afrika und schickte Geld zu seiner Mutter regelmäßig nach Hause und versuchte viel zu verdienen; das warum er in England lebte.

Eine Inderin aus einer reichen Familie saß vor mir, sie brauchte nicht arbeiten und lebte bollywoodfilme, sie machte den Eindruck als würde sie Bollywood aufsaugen regelrecht; ihr Vater sorgte sehr gut für seine Tochter; jeder Jeck ist anders.

Ein junger Portogiese erzählte das er später mal auf dem Land leben wolle, relaxen und sich Zeit nehmen für das was für ihn wichtig ist. Er sagte in Städten ist es viel stressiger zu leben.

Irgendwann kamen wir dann endlich am Busbahnhof in Lissabon an. Ich checkte noch die Adresse, wo das Hotel sein sollte; am nächsten Tag sollte der Jacobsweg, der portogiesische Jacobsweg für mich beginnen.